RSS Feed
Posts mit dem Label Warsow Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Warsow Story werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Behind the Scenes

Der Raum war voller komplizierter Apparaturen, Kabel verbanden sie kreutz und quer in keinem erkennbarem System. Eine große Konsole füllte die linke Hälfte während die rechte Wand von biochemischen Formeln und Blaupausen gesäumt war.
Doch die ganze Aufmerksamkeit der Forscher galt dem Wesen in der Mitte des Raumes.
Es war nicht bei Bewusstsein, sein muskulöser Körper gesäumt von Schläuchen und Kabeln. Ivan Kromtov starrte angestrengt auf den reglosen Körper auf dem blankem Metalltisch in der Mitte des  Raumes."Nochmal!" Sagte Ivan einem Assistenten ohne die Augen von dem  schlafenden Wesen zu nehmen. Es sah ein wenig aus wie ein Schwein, jedoch war sein Körper humanoid. Durch Genmanipulation erschaffen, mit Cyberware und Implantaten verbessert. Alle Schwächen der menschlichen Soldaten und den androiden Bobots ausgemerzt.
"Schocke nochmal bei 30% Leistung, Nanobots voll funktionsfähig.", kam als Antwort von den elektronischen Konsolen.
Ein Ruck ging durch das Schwein, während ein unregelmäßiger Ausschlag auf einem Monitor zu sehen war.
Ivan Kromtov kniff die Augen zusammen. "Los! Nochmal! 60% Leistung und Adrenalin Dosis erhöhen!"
"Verstanden, 60% Leistung, 1.5 fache Adrenalin Dosis.", rief der Assistent von der Konsole aus während auch schon ein erneuter Ruck durch den hybriden Körper ging.
"Immernoch kein Puls, wir sollten abbrechen."
"Nein! Schocken sie im Intervall und mit voller Leistung!"
"Aber das könnte nicht nur den Körper sondern auch die Nanobots beschädigen."
"Bevor die Regierung unser Projekt endgültig einstellt gehe ich lieber das Risiko ein.
Jetzt machen Sie schon!"
Die Lampen flackerten als sich mehrere hundert Volt in den leblosen Körper entluden.
Ein leichter Schinken Geruch füllte den Raum, während auf dem Monitor langsam, erst unregelmäßig dann stetig ein Sinusrhythmus erschien.
Ein weiteres Mal flackerte das grüne Licht an der Decke auf, das den kommenden Schock ankündigte. Es erlosch. 
"Puls schwach aber vorhanden, Nanobots reagieren verzögert, scheinen aber funktionsfähig zu sein."
Einige Assistenten im Raum machten schon Anstalten sich zu beglückwünschen.
Auch auf Komtov's Gesicht zeichnete sich ein Lächeln während er langsam auf die Kreatur zuschritt.
Ein leises Schnaufen war zu hören als er sich ihr näherte.
Das Lächeln auf Kromtov's Gesicht wurde breiter. Das Wesen lag still auf dem Tisch. "Herzschlag und Gehirnaktivität im Normalbereich".
Jedoch wurden die Nanobots bei der Überlastung beschädigt und sendeten plötzlich falsche Signale.
"Puls verdreifacht sich! Alle Werte spielen verrückt!"
Mehrere Alarmtöne füllten den Raum, die Assistenten bedienten hektisch ihre Apparaturen.
"Sie sind außerhalb der Skala!"
Dann Stille, bis sie vom durchgängigen Fiepen des EKG's unterbrochen wurde.
Komtov lief verzweifelt durch den Raum, in der Hoffnung die Antwort zu bekommen. Wut entbrannte in ihm, als er sich umdrehte und sein missglücktes Experiment sah. Er befahl den Assistenten, den Raum zu verlassen. Zwei seiner Helfer überwachten derweilen die Computer im Nebenzimmer.
Voller Zorn ging Komtov zu den Maschinen und startete seinen letzten verzweifelten Versuch. Die Lichter flackerten, Stille. Als er merkte, dass auch dieser Versuch gescheitert war, drehte er sich um, ballte die Fäuste und schlug damit auf seinen Arbeitstisch. Die Lampen waren nun teilweise durchgebrannt, das Labor fast komplett verdunkelt.
Verärgert murmelte er einige undeutliche Sachen, als ein Grunzen zu hören war. Komtov drehte sich um, doch erkannte in der Dunkelheit nichts.
"Ich werde hier noch verrückt" stammelte er, als er sich wieder mit den Fäusten geballt dem Tisch zu wandte. Kurz darauf spürte er einen eisigen Hauch in seinem Nacken, der ihm das Blut in den Adern gefrieren ließ. Er drehte sich blitzartig um und sah seinem Experiment in seine dunkelroten Augen. Sie waren voll von Wut und Zerstörung.
Ein Schrei hallte durch die Laboratorien. Absolute Stille, gefolgt von den harten Schlägen der Stiefelsohlen des Sicherheitspersonals und der aufbrechenden Tür.
Alles was sie vorfanden nachdem sie den Raum mithilfe einiger Bobots sicherten waren die Leichen Ivan's  und seiner Assistenten, entstellt und kaum wiederzuerkennen. Eine Blutspur führte zu einem in der Wand klaffenden Loch. Blitzende Kabelstränge und zerstörte Lampen hingen von der Decke.
Die nächtliche Stille der Außenbezirke Warsow's wurde von Alarmsirenen des Genlabors der CDB Industries durchbrochen.

Kapitel 14 - Neue Freunde

"Genug über Nanobots" entgegnete ich ihm, als er noch weiter darauf eingehen wollte. "Sie wollten mir sagen warum Sie hier sind?"
"Ja, Jack. In der Vergangenheit fiel mit dein Name bereits auf."
"Wie meinen Sie das? In der Vergangenheit?"
Ich wusste nicht genau was er damit meinte, studierte er mich etwa? Weiß er mehr über mich als ich zu wissen glaube?
"Jack, dafür ist es zu früh, ich kann dir es nicht verraten, nicht solange die Nanobots noch aktiv sind."
Es war ein Gefühl das ich selten hatte, Zorn kam in mir auf. Dieser Mann scheint etwas über mich zu wissen, das er mir verheimlicht. "Nun sagen Sie mir endlich was es damit auf sich hat, oder sie verlassen unverzüglich meine Wohnung!" Ich erwischte mich selber dabei, wie meine Stimme immer lauter wurde, mein Kopf pochte und ich hörte das Blut durch meine Adern rauschen, als der in dunklen sitzende Mann aufstieg und sein Gesicht preis gab.
"Jack, folge mir nun bitte."
Nun kann ich verstehen, warum er sein Gesicht im Dunklen verborgen gehalten hatte. Er war völlig enstellt, übersät von Narben und Neurologische Augen aus einigen früheren Jahren, etwas ältere Generation. Nur die grauen Haare zeigten mir, dass er ein älterer Herr sein musste.
"Wie heißen Sie?" fragte ich ihn.
"Nimm dies, Jack. Pass aber gut darauf auf."
"Was ist das?"
"Das ist ein Nanobot Tranquilizer", erwiederte er.
Ich hatte oftmals schon davon gehört, dachte aber diese Tranquilizer seien eine Legende. Er überreichte mir einen Nanobot Tranquilizer. Die Wirkung soll schmerzhaft sein und nur von kurzer Dauer, aber sie schaltet die Nanobots aus. Ich befolgte seinen Willen und injizierte mir das Mittel.
"Sehr gut, danke Jack. Mein Name ist Ivan Kromtov, nenn mich bitte Ivan. Früher war ich ein angesehener Forscher im Dienste der Diktatur, aber mein Forschungsprojekt lief nicht wie erhofft und dies ist das Ergebnis meiner Arbeit." 
Er zeigte dabei auf seine Narben und es schien mir, als wären sie nicht nur in seinem Gesicht. Ich merkte das er nicht über dieses Thema sprechen wollte und somit ließ ich meine Fragen ruhen.
"Jack, ich sehe an deinem Gesichtsausdruck, dass du viele Fragen hast, die ich dir nun aber nicht beantworten kann. Noch nicht. Komme mit mir und du wirst auf alle deine Fragen eine Antwort erhalten."
Wir stiegen gemeinsam in das Auto von Ivan, ein Speedsin 2000, das Neueste vom Neuen. Schnell und sehr flexibel, so etwas hätte ich nicht erwartet.
Es war eine komische Situation, Ivan blieb ruhig und sagte nichts, ich saß auf dem Beifahrersitz und der Andoid direkt hinter uns, immer wachsam und bereit seinen Herren zu schützen. Lange konnte ich darüber nachdenken, wo er mich wohl hinbringen wird, da wir auf einmal durch die Wolkendecke brachen. Das bedeutete, wir konnten nur ein Ziel haben. Ich bekam ein wenig Angst, denn im Untergrund von Warsow war ich meiner Lebtage nie.
Wir kamen am Ziel an, eine kleine Tür mit mehreren Schlössern sowie digitalen Sicherheitsmaßnahmen. Als wir den Raum betraten, sagte mir Ivan, dass es sein Hauptquatier sei.
Wir standen in einem ziemlich großem, aber ungemütlichem Raum, dessen Wände mit allerhand merkwürdigen Geräten und Apperaturen bepflastert waren. Der Raum wurde nur vom Licht einiger Monitore, sowie einer spärlichen Glüheinheit an der Decke beleuchtet. 
"Macht nicht viel her, aber ich konnte keine andere Einheit finden, die nicht auf den Plänen der Diktatur verzeichnet ist, obwohl es hier unten noch einige weitere geben müsste.
Aber jetzt müssen wir uns erstmal um deine Nanobots kümmern." sagte Ivan und durchquerte den Raum mit schnellen Schritten. Ich folgte ihm langsam.

Was passiert hier nun?
1. Die Nanobots von Jack werden vernichtet.
2. Die Nanobots von Jack erweisen sich als resistent gegen die Vernichtungsmethode.
3. Jack lässt dies nicht mit sich machen.

Kapitel 13 - Überraschender Besuch

Ich schrecke auf. Alles ist dunkel. "Somit hat ein Albtraum mein Vertrauen in Cybertrons zerstört", sagte ich mir und machte eine neben mir stehende Lampe an.
"Tut mit Leid, aber die Überwachung über Cybertrons, haben auch Nebenwirkungen." Erschrocken schaue ich in die Ecke, wo die Stimme herkam. Ich konnte eine Gestaltung ausmachen, die etwa meiner Körpergröße besaß. "Tut mir leid, dass ich dich unangekündigt besuche. Man kann nie einen solchen Besuch vorausplanen. Man muss die Chance nehmen, wenn sie sich anbieten. Genauso Sie, Jack Thompson, sollten es machen." Ich konnte die Stimme keinem mir bekannten Gesicht zu ordnen. 
Kurz darauf sah ich den Android hinten in der dunkleren Ecke stehen und wusste sofort, wer diese Person war, denn nur er war dazu in der Lage, eine solche Einheit befangen zu machen.
"Was wollen Sie von mir?" fragte ich die Person, die mir seit Wochen durch den Kopf geht. "Das kannst du dir doch sicherlich vorstellen, oder nicht, Jack?". Ich überlegte und kam zu keinem vernünftigem Entschluss, jedenfalls kam mir keiner so vor. "Lassen Sie mich erst einmal das Licht anmachen" schlug ich vor, als der Mann, wie von einer Biene gestochen ausprang und laut "Halt" rief. "Du darfst mein Gesicht nicht sehen, die Nanobots zeichnen dies auf!". Ich fing an zu lachen und merkte schnell, das es ihn nicht sehr erfreute mich lachen zu sehen, also fragte ich ihn, wie er auf eine solche Behauptung kommen könnte.
"Nanobots zeichnen einfach alles auf, man kann durch deine eigenen Augen alles sehen, als würde man selber dort stehen." Ich konnte mir das erneute Grinsen nicht verkneifen und langsam wurde er ziemlich sauer. "Was zum Teufel glauben Sie, habe ich vor meinem Verrat gemacht?". Ich überlegte ziemlich lange, er gewährte mir auch diese Zeit. Als ich dann endlich den Mund aufmachen wollte, kam er mir zuvor. "Ich war einer derjenigen, die Programme für die Nanobots schrieben, als jedoch immer mehr gefordert wurde, kündigte ich und verschwand in den Untergrund, aus Angst eliminiert zu werden."
"Sie wollen mir ernsthaft erzählen, Sie hätten die Nanobots konfiguriert?".
"Ja genau das will ich dir sagen, Jack" antwortete er.
Ich musste schlucken, so laut, dass auch er es gehört hatte. Er erzählte mir, dass er der Hauptprogrammierer der Nanobots war und mehr als 20 andere Menschen unter sich hatte, die allesamt an den Bots schrieben. Er hat sich selbst ein kleines Update gegeben, das seine Nanobots mit dem Hauptrechner von Warsow verlinkt. Eindeutig ein guter Vorteil bei der Flucht. Einen Satz werde ich nie vergessen:"Halte aber die Nanobots nicht für deine Feinde! Wenn man mit ihnen umgehen kann, kannst du Dinge vollbringen, von denen du nicht einmal träumen kannst."

Was passiert hier nun?
1. Der Mann erzählt einen weiteren Teil vom Plan und verschwindet.
2. Der Mann gibt Jack neue Aufträge und verschwindet.
3. Der Mann bittet Jack mitzukommen.

Kapitel 12 - Dunkle Träume

Etwas derartig seltsames habe ich noch nie geträumt. Der ganze Traum war irgendwie real. Mir kam er jeden Falls real vor. Ein Mann, dessen Gesicht durch einen Schatten verdeckt war, sprach mit mir. Er fragte, wie ich mit meinem Auftrag voran komm. Ich sagte ihm, dass alles bestens läuft und dass bald das Update online gehen kann.
Als er antwortete, konnte ich schon an seiner Stimme hören, dass er erleichtert und zufrieden mit meinem kleinen Bericht ist. "Etwas anderes habe ich nicht von ihnen erwartet Mr. Thompson." Ich wusste genau, wer dieser Mann war, aber war es wirklich nur mein Unterbewusstsein? Lange nach dem Aufstehen grübelte ich noch über diesen Traum. Als ich an einen Punkt kam, wo sich wieder alles wiederholte, setzte ich mich wieder an die Arbeit.
Nach Stunden war es soweit, das Update könnte nun Online gehen, aber einige kleine Fehler könnten noch auftreten, aber ich spreche das lieber mit meinem Auftragsgeber ab.
Nachdem ich 3 Tage wartete, bis sich jemand meldete, kam immer noch nichts und ich verlor die Geduld, sonst hat er sich doch auch immer gemeldet.
Ich legte mich wieder schlafen, denn es war spät. Eine Zeit lang lag ich einfach im Bett und konnte nicht einschlafen, denn ich hatte so ein ungutes Gefühl, wie schon einmal vor ein paar Tagen. Was kann dies bedeuten? Solche Gefühle kenne ich nicht, kann sie nicht einordnen oder gar beschreiben. Irgendwann jedoch konnte ich meine Augen nicht mehr offen halten und schlief ein.
Ich lief einem dunklen Raum entlang, Nebel lag in der Luft und man konnte die eigene Hand kaum vor seinen eigenen Augen sehen. Ich lief weiter und weiter, bis auf einmal etwas geschah. Ein komisches Geräusch konnte ich vernehmen, als dann auch schon ein Flutlicht anging, sah ich eine monströse Gestalt am Ende des Weges. Dann gingen die Lichter auch schon wieder aus. Der Boden erbebte, jeden Schritt konnte man selbst in weiter Entfernung hören. Ich konnte mich nicht bewegen, ich wollte wegrennen, aber ich blieb star vor Angst. Umso näher die Gestalt kam, umso mehr dröhnte der Hall im diesen Räumen, man merkte den Boden erbeben mit jedem Schritt, den sie tat. Ich suchte den Raum um mich herum nach Gegenständen ab. Ich fand leider nichts, dass man zur Verteidigung hätte nutzen können.
Als ich dachte, gleich sei alles vorbei und ich würde erschlagen werden, kam die Gestalt dann plötzlich zum Halt. Ich konnte ein lauthalses Grölen vernehmen, fast schon ein arrogantes Gelächter. Merkte er, dass ich dort wie paralysiert stand und Angst hatte? Erfreute sich die Gestalt daran? Dieser Gedanke brachte mich so in Rage, dass ich die Schritte nach vorne machte, um so zur Gestalt zu gelangen, jedoch war es nicht möglich, für jeden Schritt, den ich nach vorne machte, trat die Gestalt zwei zurück.

Was wird nun passieren?

#1 Jack Thompson rennt in die tiefe Dunkelheit, ohne zu wissen wohin er gelangen wird?
#2 Die Gestalt kommt zum Stehen und schaut auf Jack herab.
#3 Jack wacht aus seinem Traum auf und jemand steht vor ihm.

Abstimmen könnt Ihr in den Kommentaren!

Kapitel 11 - Komiker leben allein

Heute traf ich eine ehemalige Schulkameradin. Diana Endres ist ihr Name.Sie verdrehte mir schon früher in meiner Jugend den Kopf. Ich dachte, dass man nicht mehr schöner werden kann, aber heute weiß ich es besser: es geht noch schöner.
Sie erkannte mich sofort wieder. Verflogen war der Traum von Freiheit. Ich lud sie zu einem Kaffee ein. Sie nahm die Einladung an und so saßen wir lachend an einem kleinen runden Tisch und unterhielten uns über die Vergangenheit und unser Berufsleben. Sie erzählte mir, dass sie Botschafterin sei. Sie sei dadurch viel unterwegs und selten in der Stadt anzutreffen, sagte sie mir. Episoden aus ihrem Berufsleben erzählte sie mir nicht. Es sei nur langweilige Diplomatie, die ihr Leben beherrsche, erzählte sie mir.
Ich erzählte ihr einiges über mein langweiliges Berufsleben und sie hing dabei gerade zu an meinen Lippen. Es schien so, als ob sie jedes Wort von meinen Lippen ablesen wollte, bevor man es hörte.
Dann fragte ich sie, ob sie sich in festen Händen befände. Es brauchte schon sehr viel Überwindung für mich eine solche Frage überhaupt zu stellen, aber in diesem Moment lief die Frage einfach über meine Lippen. Sie sagte ohne ein Anzeichen von Überraschung zu zeigen, dass sie vor zwei Jahren in einer Beziehung war, welche sie aber wegen ihrer Arbeit aufgab.
Ihr Job muss wohl sehr zeitraubend sein, wenn man sich von einem Partner deswegen einfach so trennt.
Auch sie fragte nach meinem Beziehungsstatus und ich antwortete mit einem kleinen Witz: "Die einzige Beziehung, die ich bis jetzt eingegangen bin, besteht zwischen mir und meinem Beruf. Wir werden uns wohl nicht mehr so schnell trennen." Mit diesem Witz wurde mir schlagartig auch meine Situation wieder bewusst und mein Gemüt verschlechterte sich etwas. Ihr schien es jedoch nicht aufzufallen und so lachte sie herzhaft über meinen kleinen Scherz.
"Hätte nie gedacht, dass aus dir mal ein Komiker wird, Jack", sagte sie mir. Ich verdrängte ihre Aussage in diesem Moment sofort wieder, aber wenn ich hier hocke und diesen Eintrag schreibe, macht mich das doch etwas nachdenklich. Bin ich etwa ein mürrischer kleiner Mann, den, wenn ich ihn treffen würde, nicht gerade mögen würde?
Dann musste sie plötzlich aufbrechen, nachdem sie einen Blick auf ihre Uhr riskierte. Sie entschuldigte sich, dass sie nun zu einem Termin muss, und schlug ein Treffen mit Essen vor, um noch mehr zu plaudern. Ich bot ihr an, dass wir uns bei mir treffen könnten und dass ich dann auch kochen würde. Sie war mit dem Angebot einverstanden und so machten wir schnell einen Termin aus. Dann war sie auch schon weg. In diesem Moment fühlte ich mich etwas allein.

Demnächst entscheidet ihr über Kapitel 12!

Kapitel 10 - Binarys Rat

Ich fand die letzten fünf Tage leider keine Zeit einen Tagebucheintrag zu verfassen. Das ist aber eigentlich auch nicht weiter schlimm, da sich zur Zeit nichts ereignet. Ich arbeite weiter an meinem Verrat. Heute habe ich mich gefragt, was Binary zu mir sagen würde, wenn mein Programm reden könnte. Würde er mich unterstützen oder würde er mir raten meine Hände von der Sache zu lassen.? Würde es zu einem Streit kommen?
Eine seltsame Frage ist das schon, das muss ich schon zugeben, aber es wurmt mich schon irgendwie. Vielleicht stellt mein gesunder Menschenverstand mir diese Frage, um mir zu verdeutlichen, in welcher Situation ich gerade stecke. Ich riskiere hier gerade meinen Kopf für einen möglichen Traum. Wahrscheinlich schätze ich das Leben hier in meiner Heimat nächste Woche schon wieder.
Heute habe ich in den staatlichen Medien gelesen, dass man über eine Renovierung für meinen Wohnblock nachdenkt. Man will vorallem die Sicherheit der Bürger damit gewähren. Ich gaube, dass das nur eine Ausrede ist. Das ist kein Schutz für uns sonder ein Schutz für die Diktatur vor uns. Ihre Angst kann ich nun auch verstehen, wenn ich nur an die Begegnung mit dem Android zurückdenke. Wie hat es diese Person nur geschafft diesen Android zu steuern. Nur Programmierer mit langjähriger Erfahrung ist es erlaubt die Software für die Kampfandroiden zu entwickeln, damit gewährleistet ist, dass kein Mensch die Kampfeinheiten mit einem Hack lahm legen kann. Weiterhin will man die Kampffähigkeiten der Krieger so perfektionieren. Fehler bei einem Einsatz werden nicht akzeptiert. Sie müssen jeden Befehl exakt befolgen, Situationen erkennen, sie analysieren und darauf richtig reagieren. Wenn man bedenkt wie viele verschiedene Situationen auftreten können, muss man zugeben, dass das keine leichte Aufgabe ist.
Ich schliese hier nun. Ich weiß noch nicht, wann es meine Zeit zulässt, dass ich meinen nächsten Eintrag verfassen kann.

Demnächst:
Kapitel 11 - Komiker leben allein

Kapitel 9 - Die Erkenntnis

Nachdem ich aufgestanden war, musste ich feststellen, dass ich kein Brot mehr für mein tägliches Marmeladenbrot am Morgen hatte. So Verlies ich also meine Wohnung pünktlich wie immer ohne ein Frühstück. Hungrig arbeitete ich bis zur Mittagspause durch, wo ich mir dann drei statt den gewohnten zwei Sandwiches im Cafè um die Ecke gönnte. Ich komme prima voran mit der Abänderung des Codes. Gestern Nacht erst fielen mir im Bett noch ein paar Module ein, die ich heute einbaute.
Auf dem Heimweg traf ich dann eine Gruppe der Warsow's Sons. Sie sahen so fröhlich aus. So fröhlich habe ich bestimmt auch mal ausgesehn. Bevor ich dann nach Hause ging, kaufte ich eine Packung Brot. Beim Einkaufen kam mir dann ein Geistesblitz: Wenn ich das Geld für den Auftrag bekomme, was kann ich mir dann mehr leisten? Ich werde mein Leben nicht besser führen können als jetzt! Ich werde nur mit mehr Geld auffallen! Ich sollte den Auftrag aber jetzt nicht überstürzt hinschmeißen. Vielleicht lässt sich noch Verwendung für das viele Geld finden. Mit dieser neuen Erkenntnis und dem gekauften Brot kam schließlich zu Hause an, wo ich meinen Abend mit dem Lesen von meinen Büchern verbrachte. Ich erfuhr von neuen sonderbaren Orten, die es einmal geben sollte und die meine Vorstellungskraft sprengte. Dann traf es mich plötzlich wie ein Blitz. Eine Idee keimte in mir auf und nach einiger Zeit war ich entschlossen dazu. Ich muss diese Stadt verlassen und die Welt draußen erkunden. Ich muss von hier weg! Diese Stadt birgt keine Zukunft mehr für. Sie gibt mir nichts, sie nimmt mir nur alles. Und ich habe auch schon einen möglichen Weg gefunden, wie ich diesen Plan umsetzen werde.

Demnächst:
Kapitel 10 - Binarys Rat

Kapitel 8 - Tagträume

Obwohl ich gestern erst recht spät schlafen ging, war ich auffällig früh auf den Beinen. Bei dem Blick auf das Sofa kam mir wieder dieses seltsame Aufeinandertreffen in den Sinn. Einen Zugang für andere soll ich in Binary schaffen. Derartiges sollte ich doch eigentlich verhindern! Der Besitzer der S83  Einheit ist wahrscheinlich ein Rebell. Das Ganze kann eigentlich nur mein Verderben sein.
Im Büro, ein schlichter kleiner Raum, der nur mit dem nötigsten ausgestattet ist, begann ich meinen Verrat an meiner Stadt, die mich großzog. Sie gab mir so viel und doch fehlte mir immer etwas, was ich nicht mit Worten zu beschreiben weiß. Vielleicht weiß ich es einfach noch nicht. Es war wohl die richtige Wahl diesen Auftrag anzunehmen. Ein Gedanke, der mir bei dem Angebot durchschoss, war, dass das hier das wahrscheinlich ist, wonach ich all die Jahre suchte, aber nie wirklich gefunden hatte.
Etwas anderes als diese Stadt kenn ich nicht. Nur Bücher erzählten von anderen Orten, die sich grundsätzlich angeblich unterscheiden. Das ist wohl ein weiterer Grund, dass ich nicht weiß, wie ich meine Unzufriedenheit befriedigen kann. Oft habe ich mir schon die Frage gestellt, warum ich eigentlich dieses Risiko auf mich nehme, um diese Bücher auf Schwarzmärkten zu erwerben. Sie erzählen sowieso nur von Orten und Dinge, die mir niemals zuteil werden. Plätze, die mit Sand ausgelegt sind und bei einem Gewässer namens "Meer" zu finden sind, soll es geben.
Es war schwer meine Gedanken bei der Arbeit zulassen. Ständig kam ich immer wieder zu diesen Orten zurück, von denen jene Bücher erzählen.
Ich werde nun schon schlafen gehn.  Ich habe morgen noch viel vor.

Demnächst: Kapitel 9 - Die Erkenntnis

Kapitel 7 - Der Brief (Part Two)

Der Android kam ins Wohnzimmer. Er trug immer noch seine Waffe bei sich. "Setzen sie sich doch bitte hin.", forderte mich die unsympathische Stimme auf. Hatte ich mich verhört? Hat der Kampfandroid mit dem MG gerade "Bitte" gesagt? Ich setze mich auf mein Sofa. Der Android blieb vor mir stehen.
Ich hatte mich gerade gefangen, als der Android mit seiner immer noch sehr unsympathischen Stimme mich anspricht:"Sie sind Jack Thompson. Ist das richtig?" Zögernd setze ich zur Antwort an:"Ja, ich bin Jack Thompson, Bewohner vom Stadtteil C Block 213." Das Glimmen in seinem nicht vorhandenen Gesicht wurde stärker. Vor Furcht wich ich etwas zurück auf meinem Sofa. "Sie entwickeln Systemprogramme für die Firma Minecrawler Industries. Bitte bestätigen Sie dies." Da war wieder dieses "Bitte". Seit wann sagen Kampfdroiden "Bitte"? Noch überrascht von dem "Bitte" bestätigte ich seine Aussage. "Haben Sie schon mein Angebot erhalten?"
"Angebot? Welches Angebot? Ich habe noch nie ein Angebot von den Marines erhalten!"
"Das Angebot kommt auch nicht von den Marines, Herr Thompson, können Sie es sich denn nicht denken?"
Ich überlegte ziemlich lange bevor ich eine stammelnde Antwort gab. "Wie kann sowas sein? Wie zum Teufel kamen Sie an die Steuereinheit der S83 Einheit? Und wer genau sind Sie?"
"Es ist zu gefährlich, meine wahre Identität preis zu geben, Herr Tompson," antwortete der Droide.
"Es ist einfach unmöglich eine Einheit der S80 Generation befangen zu machen, alleine die Steuereinheit ist mit einem Kernreaktor verbunden, die denjenigen, der versucht die Einheit zu entwenden in die Luft sprengen würde. Auch das System ist so gut verschlüsselt das nicht einmal ich in der Lage wäre es zu knacken."
"Wie Sie nur zu gut sehen können, ist es durchaus möglich. Ich werde Ihnen noch früh genug erklären wie es dazu kam, aber nun erstmal zum Geschäft. Nehmen sie mein Angebot an?"
Nach längerem Zögern antwortete ich mit einem Ja. Ob das eine gute Entscheidung war, bezweifele ich noch immer.

Demnächst: Kapitel 8 -
Tagträume

Kapitel 7 - Der Brief (Part One)

Heute lag ein blauer Brief vor meiner Tür, ohne Absender oder Merkmale zur Erkennung der Person die ihn verfasst hat. Sofort dachte ich an ein Attentat, war aber dennoch zu neugierig um ihn weg zu werfen. Also öffnete ich ihn und fand einen Auftrag für ein neuartiges Projekt.
Ich soll einen neuen Code auf mein Sicherheitssystem aufspielen, der es einem Benutzer ermöglicht mit Passwörtern einzudringen. Bezahlen würden sie mich mit 2.500.000 Warsow Dollar.
Ich lag die ganze Nacht lang wach und überlegte was man damit alles für Vorteile hätte, das man damit die Diktatur stürtzen könnte. Mehr jedoch interessierte mich, wer diesen Brief verfasst hat. Vorallem warum er so komisch geschrieben war, aber das werde ich noch früh genug rausbekommen.
Erstmal werde ich deswegen garnichts tun. Alleine der Besitz dieses Briefes könnte mich meinen Kopf kosten und Geld brauche ich erstmal sowieso nicht.
Ich wägte weiter die Vor- und Nachteile voneinander ab und überlegte mir bereits ein paar Zeilen, mit denen man die gewünschte Änderung hervorrufen könnte, als es an meiner Tür klopfte. Wer das wohl sein mag? Schnell wurde mir klar, dass ich die Tür lieber hätte verschlossen lassen sollen. Diese Erkenntnis kam allerdings zu spät. So sah ich in den Lauf einer leichten MG. Gehalten wurde diese von einem Kampfdroid. Er hatte den Körper eines schlanken, 1,90m großen Menschen, der keine Kleidung trägt und der kein Gesicht besaß. Stattdessen hatte er eine Art risiege Kamera, wovon ein bedrohliches rotes Glimmen ausging. Sein Körper war dunkelblau angestrichen, was zeigte, dass er zur Kommandoeinheit "Marines" gehört.
"Zurücktreten!", forderte mich eine unsympathische Stimme auf. Ich gehorchte selbstverstädnlich der Forderung. Was hätte ich auch tun sollen? Versuchen ihn zu entwaffen? Ich bin doch nicht lebensmüde! Er befahl mir ins Wohnzimmer zu gehn und dort auch mich zu warten. Ich folgte seinen Anweisungen und hörte wie die Tür ins Schloss fiel. Panische Angst überlief mich. Was haben sie mit mir vor? Wird der Android hier in meinem eigenen Wohnzimmer meine Exekution vornehmen? Was soll er auch sonst tun? Ich habe mich gerade zum Verräter der Diktatur gemacht, als ich diesen Brief nicht sofort gemeldet hatte. Verdammte Nanobots! Wie es aussieht sind die Gerüchte richtig, dass sie auch Gedanken lesen können. All diese Jahre gab es keine Probleme und plötzlich das hier.

Demnächst: Der Brief - Part Two

Kapitel 6 - Die Kindheit

Die Schulzeit war ein Prozess, der von Propaganda geprägt ist. "Der Diktator ist ein gutmütiger Mensch. Wegen ihm funktioniert unsere Stadt besser als jede andere Stadt." Derartige Worte wurden uns vorgepredigt. So versuchte man uns einer Gehirnwäsche zu unterziehen. Denken kann allerdings jeder und so funktionierte die Gehirnwäsche nicht immer. Die Schüler, bei denen die Propaganda keine Wirkung zeigte, wurden auf "besondere" Schulen gebracht. Ich treffe erst jetzt nach vielen Jahren einige Schüler wieder, die auf diese Schulen geschickt wurden. Sie erledigen nun alle niedere Arbeiten wie Kanalarbeiten.
Mit mir waren sie zufrieden. Ja, ich war nicht immer so verärgert über die Diktatur. Ich war sogar Mitglied in der Jugendgruppe "Warsow's Sons". Hier war die Propaganda noch mals verstärkt gewesen. Man sang Lobeslieder über die Diktatur, lernte den Umgang mit Kleinkalibern und patroulierten in der Stadt herum. Wir lernten deshalb den Umgang mit Waffen, weil man vor vielen Jahren noch keine Kampf-Androiden hatte. Man musste sich auf Heere aus Menschen verlassen. Aus Tradition hatte man das Schiesen mit einer Waffe für die "Warsow's Sons" beigehalten. Im Alter von 15 Jahren war ich so engagiert, dass ich fast sogar stellvertretender Vorsitzender von Warsow's Sons geworden wäre. Ich lehnte damals allerdings ab. Derartige Ämter sind aus meiner Sicht nicht für mich geeignet. Ich lernte von meinem Vater damals schon programmieren und ich wollte in seine Fußstapfen eintreten. Hätte ich das Amt angenommen, würde ich jetzt nicht da stehen, wo ich jetzt bin. Ich hätte jetzt wahrscheinlich eine Frau und Kinder und würde als ein wichtiger Beamter mein Geld verdienen. Wenn ich heute darüber noch nachdenke, war es wirklich die richtige Entscheidung für mich. Mein Konflikt mit der Diktatur wäre jetzt noch viel größer und ich wäre bestimmt mit meinem Job überhaupt nicht zufrieden.
Mit 16 Jahren gab ich meine Bewerbung für eine Programmierer-Stelle am Arbeits-Zentrum ab. Das Arbeits-Zentrum überprüft die Eignung für den jeweiligen Wunschberuf und vergibt dann die Arbeitsstelle. Ich hatte das Glück und bekam den Job bei der Sicherheitsfirma.
Von da an entfernte ich mich immer mehr von Warsow's Sons und widmete mich meiner Arbeiten und meinem Hobby. Durch das Lesen von Büchern, die ich auf Schwarzmärkte mir erstand, veränderte sich meine Meinung über die vorherrschenden Diktatur und wunderte mich schlieslich, warum ich mich einer Gruppierung wie Warsow's Sons anschloss.

Bald:
Kapitel 7 - Der Brief (Part 1)

Kapitel 5 - Gedanken

Manchmal frage ich mich warum ich überhaupt noch an diesem Projekt arbeite, es raubt mir meine gesamte Zeit, mein Leben, meine Liebe. Abgesehen davon fördere ich damit die Diktatur, was als normaler Bürger nicht grade von anderen als ehrenhaft bezeichnet wird.
Viele Gedanken schwirren in meinem Kopf umher, abschalten kann ich sie nicht, auch wenn die Nanobots jeden dieser Gedanken mitschreiben und verfolgen. Ein Vorteil meiner Position ist, dass ich deswegen nichts zu befürchten habe.
Wie soll es weitergehen? Die Städte versuchen krampfhaft nach Außen alles abzuschotten und nichts zu anderen dringen zu lassen, als seien sie alle perfekt, geschaffen aus Gottes Hand. Dies ist, wie jeder weis, absoluter Unsinn.
Ich kann doch nicht alleine bleiben, alt und grau werden ohne jemanden an meiner Seite und am Ende ohne einen Nachfahren sterben. Wie soll ich das alles bewältigen?
Ich sitze zwischen 2 Stühlen. Zum einem dieses Projekt, sicherlich ist es mein ein und alles, aber der Preis ist zu hoch. Sollte ich es jedoch abbrechen, zieht die Regierung direkt den Strick um meinem Hals zu, da sie warscheinlich schon Unmengen an belastendem Material gegen mich hat.
Somit bleibt mir eigentlich nichts zu tun, als immer weiter zu machen. Hoffentlich wird niemals jemand kommen, der besser ist als ich, der sein System besser konfiguriert hat als ich, denn dann wäre mein Urteil gesprochen.
Oftmals treibt mich der Gedanke an eine Flucht in den Wahnsinn, er ist so greifbar nah und doch so fern. Jedenfalls zu diesem Zeitpunkt. Selbst wenn ich es schaffe werden sie bereits wissen was ich tun werde.
Verdammte Nanobots, unmöglich diese zu entfernen ohne sich bei dem Versuch selbst zu töten.
Ob die Regierung wirklich irgendwann durchgreifen will um ihr Projekt umzusetzten? Das die Nanobots die Kontrolle über den Körper übernehmen können, sofern Gefahr zu Selbstmord und anderen Delikten besteht? Derzeit weigert sich das Volk beharlich.
Wie oft wollte ich schon die Updates für die Nanobots einfach nicht mehr über mich ergehen lassen, nicht hingehen und schauen was passiert, aber ich glaube da hilft selbst meine Position mir nicht weiter.
Gibt es einen Weg die Nanobots auszutricksen? Einfach handeln ohne jegliche Gedanken an das Kommende zu verschwenden? Ist dies möglich? Eventuell werde ich irgendwann den Versuch starten. Hilfe kann ich mir dabei nicht erhoffen.
Wie sehr ich hoffe das es jemanden, oder etwas gibt das mir den Weg erleichtert.
Obwohl jegliches Wort an Gott verboten ist, bete ich dennoch täglich, lese das verbotene Buch, die "Bibel". Ich glaube zwar nicht an eine Gestalt die über uns wacht, denn dann wäre dies nicht so gekommen, aber es muss etwas geben, eine höhere Macht die uns leitet, die uns schützt, oder uns ins Verderben schickt.
Ich glaube nichts geschieht ohne Grund. Man könnte es vielleicht mit Kausalität beschreiben, aber dann ist da immer noch das Schicksal. Was wohl mein Schicksal ist? Ich werde es wohl nie erfahren.

Bald:
Kapitel 6 - Die Kindheit

Kapitel 4 - Die Familie

Heute habe ich meine Eltern besucht. Sie wohnen im gleichen Stadtteil wie ich, allerdings in einem anderen Block. Ich sehe sie nicht sehr oft, denn meine geringe Freizeit nutze ich hauptsächlich zum Lesen und zum Schlafen. Viele sagen mir, dass ich meinem Vater ähnlich sei. Er war wie ich Programmierer und entwickelte mit an einem Software-Update für die Nanobots, das unter dem Namen "Hog Heaven" bekannt ist. Entwickelt wurde es Städte übergreifend, um ein möglichst gutes Update zu schaffen. Man versuchte die Nebenwirkungen der Nanobots zu unterbinden, was nicht ganz funktionierte. Träumen können die Anwender der Nanobots immer noch nicht ohne Cybertron. Zu den Verbesserungen des Systems gehörte ein neuer Code für die medizinische Versorgung der Nanobotträgern. Er hat sich nun zu Ruhe gesetzt und genießt sein Leben.
Meine Mutter arbeitet ebenfalls nicht mehr. Sie hatte Wartungsarbeiten an Minecrawlern vorgenommen. Minecrawler sind raupenartige Maschinen, die sich durch die Erde fressen. Sie verbringen mehrere Wochen unter der Erde. Sie kommen nur an die Erdoberfläche, um Siliciumkristalle abzuladen oder gewartet zu werden.
Geschwister habe ich keine, mein Bruder starb bei seiner Geburt, leider war sein Herz zu schwach.
Selber habe ich auch keine Frau, geschweige denn Kinder, da ich lieber alleine für mich lebe, abgeschottet von der Außenwelt. Steuerliche Vorteile bringen Kinder sowieso nicht mehr, die Geburtenrate wird strengstens überwacht und man muss es genehmigen lassen, ein Kind auf die Welt zu setzten. Mal wieder eine Funktion der Nanobots, sie tragen hierbei einen großen Teil bei. Man kann heut zutage auf die Minute genau bestimmen, wann das Kind zur Welt kommen wird, genauso sagen sie uns etwas über die Gesundheit des Kindes. Genau genommen, gar nicht mal so schlecht, meiner Meinung nach.
Meine Großeltern sind schon vor längerer Zeit gestorben. Sie gehörten Netsym an und erlitten aufgrund ihrer Sanktion den Tod. Eine richterliche Anhörung gab es nicht; sie wurden als Terroristen eingestuft und erfuhren bereits 2 Stunden nach Festnahme ihr Urteil - Todesstrafe.
Irgendwann, denke ich, werde ich Kinder zur Welt bringen, meinen Namen weitergeben, aber dafür ist nun keine Zeit. Meine Eltern verstehen dies nicht, sagen mir, dass sie es auch geschafft hätten, mich groß zu ziehen und gleichzeitig ihre Arbeit zu bewältigen. Aber findet mal eine Frau, wenn ihr Programmierer im Dienste der Diktatur seid.
Sicherlich gibt es auch noch andere Optionen, wie z.B. das neuere Projekt "Kidz", was so viel heisst wie "Kinder in deutronen Zellen". Künstliche Eizellen werden mit deinem Erbgut versetzt und dein Kind wächst in einer deutronen Zelle auf. Dies geht allerdings nur, wenn du ein passender Spender bist und es gewährleistet ist, dass du keine Krankheiten hast und das Kind gesund zur Welt kommen wird. So versucht man den "Übermensch" zu züchten. Zum Wohle der Diktatur versteht sich.
Längere Gespräche als "Hast du schon das neue Atomkraftwerk im Stadtteil E gesehn?" - "Ja. Soll genauso viel Strom liefern wie das Atomkraftwerk Gamma 3 im Stadtteil A" zwischen mir und meinen Eltern finden nie statt. Viel passiert auch nicht in der Stadt und über meine Arbeit darf ich nicht reden. So schweigen wir uns die meisten Zeit gegenseitig an.

Kapitel 3 - Das Programm

Wie ich bereits erzählte, bin ich Programmierer von Beruf. Man sagt mir immer wieder, dass ich der Beste wäre. Lücken konnte man noch nie in meinem Programm finden. Das liegt wohl an dem von mir ausgeklügelten Konzept des Sicherheits-Programms. Man muss sich das Programm so vorstellen:
Man ist an einer Haustür, wofür man keinen Schlüssel besitzt. Rechts neben der Tür steht ein Türsteher, der jeden genaustens beobachtet. Links von der Tür sieht man kleine Schränke in verschiedenen Farben mit verschiedenen Zeichen vorne dran. In diesen Schränkchen befinden sich Schlüssel. Man muss nun mit einem Schlüssel, den man bei sich hat, wenn man ein gewünschter User ist, das richtige Schränkchen öffnen. Öffnet man das Falsche, greift der Türsteher ein. Man entnimmt nach Öffnen des Schränkchens den Schlüssel, der im Inneren des Schränkchens liegt. Mit diesem muss man nun ein weiteres Schränkchen öffnen. Auch hier achtet der Türsteher darauf, dass es das richtige Schränkchen auf Anhieb ist. Nach einigen Schlüsseln und Schränkchen hält man dann den Haustürschlüssel in der Hand. Das glaubt zumindest der Hacker. Man darf damit nun nicht die Haustür öffnen, sondern den Türsteher ansprechen und ihm den Schlüssel geben. Er öffnet dann die Haustür.
Der Gedanke dieses Systems ist es also, dem Hacker vorzugaukeln, dass er auf dem richtigen Weg ist und dann die Falle zuschnappen zu lassen. Alle Hacker, die es versucht hatten, fielen auf diese Falle rein. Bei jedem Alarm, der vom Türsteher ausgelöst wird, werden übrigens alles an den Schränkchen geändert, also Farbe, Zeichen und Reihenfolge.
Die Hacker werden gerissener, aber mein Programm ist ihnen immer ein Schritt voraus. Selbst, wenn sie das Konzept verstehen würden, gäben es noch genug Fallgruben.
An diesem Programm schreibe ich nun schon, seit ich 16 Jahre alt bin. Das Programm ist wie ein guter Freund, den man nicht mehr loslassen will und den man gut kennt.
Ich glaube, dass selbst ich nicht dieses Programm knacken kann. Ich würde keine Lücke finden, obwohl ich das Programm geschrieben habe. Es liegt daran, dass ich meine Zeit nicht damit verbringen Lücken zu schließen, sondern die Mauer zu verstärken.
Mein Freund, das Programm, hört übrigens auf den Namen "Binary". Manchmal glaube ich, dass der einzige Grund für mein Leben das Programm ist. Viele würden das für traurig halten, aber ich bin darüber ganz und gar nicht traurig. Ich finde es spannend, etwas zu schaffen und dieses dann bis zur Perfektion zu bringen, wobei man die Perfektion aber eigentlich nie erreichen kann.

Bald: Kapitel 4 - Familie

Kapitel 2 - Die Stadt

Warsow ist eine Metropole mit viel Einfluss, jedoch sind die Politiker, sofern man es noch so nennen kann, oftmals korrupt und bestechlich.
Bürgerliche Wahlen gibt es nichtmehr, jedenfalls nichtmehr seit dem Aufstand im Jahre 2152, indem die Leute der Netsym auf die Straße gingen und es eine Massenrevolte gab. Der Ruf nach einer neuen Staatsmacht ist laut, aber die Soldaten bekämpfen alles und jeden der sich dem Staat in die Quere stellt. Waffen für das Volk - undenkbar.
Oft sitze ich in meinem Zimmer, denke an die alte Zeit, frage mich, was nun wäre, wenn es nicht so gekommen wär. Frage mich, wie es wohl damals war. Kriege sollen viele geherrscht haben. Das ist wohl das einzig Positive an dieser verfluchten Welt!
Gerne gehe ich meinem Hobby nach, lesen. Alte Bücher aus der frühen Zeit sind verboten, werden jedoch von den Rebellen aus Tabnuk auf dem Schwarzmarkt verkauft, sehr teuer, aber umso seltener.
Hätte ich doch nur eine solche Aussicht, wie dort beschrieben, oder auch in manchen Bildern gezeigt. Sonnenstrahlen, wie gerne würde ich wissen, wie es sich anfühlt, die echte Sonne zu spüren. Nach der Explosion musste schnell gehandelt werden, nun ersetzt eine riesige Glascarbonkugel, gefüllt mit Hexion-Luft Gemisch die alte Sonne.
Wälder oder Wiesen gibt es nur noch weit außerhalb jeder Stadt, unerreichbar für einen arbeitenden Warsowian wie mir. Aber wenn man sich überlegt das dort das Vieh nur von Maschinen gezüchtet wird, ist die Ansehnlichkeit wieder verloren. Technik und Forschung, soweit das Auge reicht.
Werbebanner überziehen die gesamte Stadt, schlafen kann man nur noch, indem man seine Titanbezüge vor den Fenstern hochfährt, eigentlich gedacht als Abwehrschutz bei Angriffen.
Das Einzige, was uns noch bleibt, ist der neu entwickelte Cybertron, eine Art Liegestuhl, in der man träumen kann, da man es sonst nicht mehr kann, eine kleine Nebenwirkung der Nanobots.
Alles in allem leben wir aber sehr gut in Warsow. Aufgrund der vielen Forschungsgelder sind wir Marktführer in vielerlei Dingen und haben einen hohen Anteil an wohlhabenden Menschen.
Unsere Luftwege für die Kraftfahrzeuge sind extrem modern und auf dem neusten Stand, soweit sogar befahrbar, ohne Autopiloten.
Das wohl Bedeutendste an Warsow ist das große Theater. Dort singen die Nymphonen mit engelsgleicher Stimme.
Angesichts der Tatsache, dass es einige Probleme gibt, die eigentlich so einfach zu lösen wären, wird dennoch nichts unternommen. Vorschläge aus dem Volk gibt es schon lange nicht mehr, aber warum auch, denn angehört, wird keiner. Die Riequen, so nennen wir die reichen Leute, sind die Einzigen, die in der Diktatur noch etwas zu sagen haben. Sie leben weit oben in den höchsten Häusern der Stadt, selbst die normalen Fahrzeuge schaffen es nicht bis dahin.
Manuel Patoe, der reichste Mensch der Welt, wohnhaft in Warsow, will nun einen neuen Wohnsitz. Dieser soll so weit oben sein, dass er einen Apparat benötigt der ihm Luft erzeugt.
Hätte er lieber mal die Bibel der alten Zeit gelesen, Turmbau zu Babel, dann würde er es sich zwei mal überlegen so etwas zu planen.

Bald: Kapitel 3 - Das Programm

Kapitel 1 - Der Anfang

Es gab einmal das Sprichwort "Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser." Heute benutzt keiner mehr dieses Sprichwort.
Ich lebe in einem hochtechnologischen Zeitalter. Demokratie gibt es nicht mehr. Kriege schafften sie ab. Nun regieren Diktatoren und Computer.
Mein Name ist Jack Thompson, Bewohner vom Stadtteil C Block 213 der Metropole Warsow. Beruflich entwickle ich Systemprogramme für die Firma Minecrawler Industries. Es nicht gerade der bestbezahlteste Job, aber man hat dafür kleinere steuerliche Vorteile, da man etwas zum Wohle der Diktatur tut. Arbeiten wie meine dienen dem Erhalt der Diktatur und werden deshalb noch einmal besonders entlohnt.
Ich frage mich oft, wenn ich zu Hause in meinem Bett liege, ob diese besondere Vorsicht des Staates wirklich begründet ist. Warsow ist eine der größten Städte, die unter einer Diktatur leiden. Krieg herrscht nicht, da das Miteinanderleben durch ein Netz von Handels- und Firdensverträgen gesichert ist. Wenn eine Stadt sich mal nicht an einen der Verträge halten würde, dann würden alle Städte mitsamt den Vertragsbrechern untergehn.
Hier einmal ein Beispiel:
Warsow ist der zweitgrößte Siliciumkristall-Förderer und hat viele Handelsverträge unter anderem mit der benachbarten Stadt "New Castel". Würde Warsow nicht das nach Vertrag verlangte Silicium nach New Castel liefern, könnte New Castel, das berühmt für seine Nanobots ist, seine Handelsverträge nicht einhalten. Die Vertragspartner geraten in Probleme, weil sie ebenfalls ihre Verträge nicht einhalten können. Diese Kette geht weiter so und irgendwann nagt jeder Mensch, egal ob Diktator oder nicht, am Hungertuch und ein risieger Krieg bricht aus um die Nahrungsmittel. Einmal kam es fast zu solch einer Situation. Seitdem achten alle Städte peinlichst genau darauf, ihre Verpflichtungen einzuhalten.
Selbstverständlich gibt es auch Widerstand, dieser wird allerdings bereits im Keim erstickt. Durch Nanobots, die nicht nur die Gesundheit jedes Bürgers aufrecht erhält, sondern auch die Überwachung der Bewohner Warsows zur Aufgabe haben, werden Rebellen früh aufgespürt und von Androiden Soldaten aus den Weg geräumt.
Die Nanobots interagieren in der Blutbahn eines jeden, ermitteln Gefühlslage, Gesundheit und alle anderen wichtigen Fakten. Mit diesen Daten wehrt die herrschende Diktatur erfolgreich alle Angreifer ab. Manchmal habe ich das Gefühl, man könnte nicht mal seine Gedanken für sich behalten, obwohl man sagte, die Nanobots seien nicht in der Lage ein solches aufzuzeichnen.
Ich schreibe meine Gedanken gerne nieder, ein Tagebuch, meine Memoiren. Sollte dies jemand in die Finger bekommen und mich deswegen anzeigen, sähe es sehr schlecht aus um meinen Kopf. Öffentliche Äußerungen gegenüber der Staatsgewalt sind nicht geduldet.

Bald: Kapitel 2 - Die Stadt